„Heute“ und „Morgen“: Der Kampf um Graz
Den Anfang macht die Schwiegertochter von Hans Dichand, Eva Dichand, mit einem Ableger ihrer Wiener U-Bahn-Zeitung Heute. Das Boulevardblatt – eine Art Klon der Kronen Zeitung für Arme – expandiert und startet bereits ab Juni in Graz. Und das mit eigenem Regionalbüro und einer täglichen Auflage von 60.000 Stück, wie „Heute“-Geschäftsführerin Dichand offiziell bestätigt hat. Die Zeitung wird im Großraum Graz an fast allen Straßenbahnstationen, Bahnhöfen, Shoppingcentern und Krankenhäusern zur freien Entnahme bereit stehen.
Wie reagiert die Styria, die bereits seit längerem ein Gratis-Tageszeitungsprojekt in Graz plant? Was wird Vorstandsvorsitzender Horst Pirker machen, um „sein“ steirisches Territorium zu verteidigen? Styria-Projektbeauftragte Nina Haas hielt sich bedeckt: „Wir beobachten natürlich seit einiger Zeit die internationalen Entwicklungen am Gratis-Tageszeitungsmarkt, ich kann aber noch nicht sagen, ob überhaupt und wenn ja, wann die Styria Medien AG ein eigenes Produkt launchen wird.“ Um dann doch noch ein bisschen konkreter zu werden: „Gegen Schulbeginn sollte sich in diese Richtung was tun.“
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| Eva Dichand mit "Heute" bald auch in Graz. (Foto: heute) |
Spätestens im September wird die Styria also ihr neues publizistische Produkt auf den Markt bringen. Durch den überraschenenden Frühstart von „Heute“ ist ein zeitigerer Termin aber mehr als wahrscheinlich. Heißen könnte die Styria-Gratis-Tageszeitung „Morgen“ – wie einfallsreich. Erreicht werden sollen alle „jungen, mobilen und urbanen“ Menschen aus Graz und Graz-Umgebung.
Alle „guten“ Dinge sind bekanntlich drei: Die (Noch-)Gratis-Wochenzeitung Graz(er) im Bild, die seit ein paar Monaten mit reißerischen Stories für Aufsehen sorgt, könnte ab 2007 auch täglich erscheinen. „Wir bereiten uns vor. Das ist aber noch lange nicht fixiert“, so Geschäftsführer, Herausgeber und Flüchtling vom Neuen Grazer Rudi Hinterleitner. „Eine so kleine Stadt wie Graz verträgt keine drei Gratis-Tageszeitungen. Das ist wirtschaftlich nicht rentabel.“
Die entscheidende Frage lautet: Wer wird den Kampf um Graz gewinnen? Dichand, Pirker oder Hinterleitner? Und werden die Gratis-Tageszeitungen in Graz so schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind? An Qualität wird der Grazer Zeitungsmarkt mit Sicherheit nicht gewinnen. Dafür wird mursurfer.at das publizistische Treiben umso kritischer beäugen.

www.morgen.at
Es gibt in Niederösterreich schon ein Magazin mit dem Titel: "Morgen".