Slow-Food und Murblick
Jeden Morgen aufs Neue kommen sie, jeden Morgen aufs Neue setzen sich auf die Tische am Balkon, und jeden Morgen aufs Neue erledigen sie dort ihr Geschäft unter freiem Himmel. Nein, nicht Menschen verunreinigen tagtäglich den Balkon des Grazer Cafés "Schwalbennests". Es sind die fiesen Spatzen, die es heimsuchen.
„In Graz gab es einfach kein einziges Lokal, wie es sie in Italien gibt“, kritisiert Gerhard Wörz die Grazer Café-Szene. Da es nicht wirklich danach aussah, dass sich an dieser Situation künftig etwas ändern würde, entschied er sich dazu, das selbst in die Hand zu nehmen. So kam es, dass Gerhard Wörz gemeinsam mit seiner Schwägerin Irene Guschnegg Österreichs erstes Slow-Food-Lokal im Herzen von Graz eröffnete.
Sind die Schwalben schon bald flügge? (Foto: Brandstetter)
Die Slow-Food-Bewegung kommt aus Italien und hat es sich zur Aufgabe gemacht, regionale Esskulturen und traditionelle Produkte zu fördern und zu erhalten.
Das „Schwalbennest“ bietet Wollschwein-Salami, Frühstückschinken vom Schilcherland und erstklassige Käsesorten. Alles von heimischen Bauern und Kleinbetrieben. Das Speiseprogramm des Cafés ist zwar klein aber durchaus fein. Neben dem regulären Speiseplan gibt es auch stets ausgefallene Tagessuppen und Tagesteller. Ein Trumpf ist das ausgefallene Tortenangebot von Irene Guschnegg, wie die Kürbissterztorte oder Mohnjoghurttorte.
Die Kleine Zeitung beschreibt das „Schwalbennest“ als die „beste Buschenschank in Graz“, die Redaktion von „lokaltipp.at“ ist sich einig, dass das schmucke Café zu einem „ganz besonderen Ort“ geworden ist und belohnt das „Schwalbennest“ mit Platz Eins in ihren Top-Ten der Cafés in Graz.
Eigentlich schwebte Gerhard Wörz eine größere Location für ein Restaurant samt Vinothek vor. Doch die Chance das „Schwalbennest“ zu übernehmen und damit den hübschen Balkon mit Kunsthaus- und Murblick, war so verlockend, dass sich Wörz für die „abgespeckte Version“ entschied. Dennoch ist die Idee mit dem großen Lokal nicht verworfen, sondern nur auf Eis gelegt. Wer weiß, vielleicht kann mursurfer.at schon bald berichten, dass die Schwalben flügge geworden sind.
kritik überflüssig
klar, ist es schade, dass der originalbau abgerissen werden musste. aber er wurde nicht abgerissen, weil hubert auer das geld dafür hatte, sondern weil der vorbesitzer das gebäude bis zur abbruchreife verfallen hat lassen und die verantwortlichen der stadt nur zugeschaut haben.
Gottseidank ist was draus geworden! Aber trotz allem ist es sehr schade, dass Hubert Auer illegalerweise den historischen Originalbau abreißen ließ. Aber Geld regiert die Welt - vor allem in Graz!!