Randerscheinung Eggenberg
„Als besonders empfinde ich in Eggenberg gar nichts: die Infrastruktur ist zu flach, es gibt keine Fachgeschäfte, nur eine überlaufene Postfiliale und nicht ein einziges ordentliches Restaurant“, sagt Markus Böhme. „Ruhiger als in der Stadt ist es hier auch nicht, zumindest nicht bei mir“, meint der 23-jährige Student.
Glaubt man Markus’ Auffassung, dann scheint Eggenberg, der 14. der 17 Grazer Gemeindebezirke, vor sich hinzuvegetieren. Und das obwohl täglich fast 2.000 Studierende an der Fachhochschule Joanneum büffeln. Reges Treiben sieht anders aus, als es sich in diesem Bezirk präsentiert.
Schule statt Feiern
Party- und Feiermöglichkeiten sind im Gegensatz zu anderen Grazer Bezirken kaum zu finden. Dafür scheint die 7,79 km² große Fläche ein Mekka für Bauarbeiten aller Art geworden zu sein. Fleißig werden Straßen asphaltiert und Häuser sprießen aus dem Boden. Sehr zum Ärger mancher Bewohner Eggenbergs, die sich durch den Lärm belästigt fühlen. Neben den geräuschvollen Bauarbeiten kostet das enorme Verkehrsaufkommen in den Stoßzeiten den Bewohnern der Reininghausstraße Nerven und Gesundheit. „Der gesamte Verkehr von Strassgang kommend tobt durch Eggenberg. Lärm und Feinstaub sind eine große Belastung für Leute, die wie ich an dieser Straße wohnen", ärgert sich Markus Böhme.
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| Zwei Pfaue sitzen auf einem Baum, sagt der eine ... (Foto:Findenig) |
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| Infrastruktur sucht man vergebens. (Foto: Findenig) |
Eins und Sieben
Für viele ist Eggenberg der Grazer Randbezirk schlechthin. Neben dem Schloss sind den meisten nur mehr das Eggenberger Bad und die Straßenbahnlinien 1 und 7 bekannt. Dass man vom Rand von Eggenberg fast 20 Minuten bis ins Zentrum benötigt, das stört die VWL-Studentin Doris Kügele nicht. Erst vor kurzem ist sie von Gries nach Eggenberg gezogen. Sie streicht die Vorzüge des Viertels, besonders am Stadtrand hervor: „Hier gibt es mehr Grünflächen und die Lärmbelastung ist deutlich geringer als im Zentrum des Bezirks.“ Doch: Je näher das Zentrum, desto weniger Grünes. Zwar gibt es Parks, wie jener um das
Schloss und in der Eckertstraße oder ein paar Bäume in der Eggenberger Allee. Frühlingsgefühle lassen dennoch auf sich warten.
Das kleine Feine
Was einige erst nach einer Weile an Eggenberg schätzen lernen, sind die kleinen Dinge, die hier vielleicht nicht sofort auf den ersten Blick erkennbar sind. Seien es die Pfaue im Schlosspark oder die immer wieder wechselnden Kulturangebote des Landesmuseum Joanneum im Schloss. Frei nach Johann Wolfgang von Goethes „Faust“: „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn.“
eggen-dorf
wilder westen
viel verkehr, viele bausünden, vieles im argen, abschreiben würd ich eggenberg aber nicht - die stadtentwicklung ist gefordert... als sehr aufschlussreiche lektüre empfehle ich ingrid brodnigs artikel "west side story" im falter des vorjahres (märz oder april glaub ich war's)...
schade eigentlich,
man könnte so viel aus "Actionberg" machen. Grad wenn 2000 Studenten hier jeden Tag sind. Aber nichtmal richtig gut und günstig Mittagessen kann man.
cooler artikel!
eggenberg - ein ort, an dem gott die erde geküsst hat!


Als nahezu alteingesessene Eggenbergerin kann ich mich diesem Artikel nur anschließen. Es ist ein langweiliger Randbezirk, aus dem man deutlich mehr machen könnte. Wie wäre es mit einem oder zwei netten Restaurants oder Bars? Im Moment besticht der Bezirk durch Baustellenlärm, dem Gestank der Tierfuttermittelfabrik und einer Vielzahl an Puffs und zwielichtiger Spelunken. Besonders die Reinighausstraße ist eigentlich ein Schandfleck. Sie ist stark befahren, laut und schmutzig und die Ampel Ecke Gaswerkstraße, die den Bewohnern Entlastung von den wöchentlichen Verkehrsunfällen bringen sollte, nagt jetzt tickend, jeden Morgen ab ungefähr fünf an ihren Nerven...