„Lagerhaltung“ in der Politik
Im Büro der Erinnerungen fand am Mittwoch die erste „Falter-Debatte“ statt. Thema des Abends: „Lager Österreich. Über Wirkung und Bedeutungswandel politischer Organisationen.“. Die illustre Runde erging sich in allerlei Polemiken, die ich dem geschätzten Publikum nicht vorenthalten will.
Die Gustostückerl des Abends:
Bei der Begrüßung durch Armin Thurnher wurde Gerhard Hirschmann gefragt, ob er denn noch bei der ÖVP, oder inzwischen ausgeschlossen, sei. Dieser darauf: Ich beschäftige mich mit solchen Fragen nicht, ob ich dort ausgeschlossen bin oder nicht. Ich weiß es nicht, bekomme aber keinen Erlagschein von der ÖVP zugeschickt.
Allerdings glaubte ich einen gewissen Groll aus Hirschmanns Worten herauszuhören: Die großen Parteien sind im Allgemeinen austauschbar. Zwischen Tony Blair und Wolfgang Schüssel besteht kein Unterschied.
Caspar Einem: Anzumerken ist, dass Blair bei der letzten Wahl gewonnen hat. Hirschmann: SPÖ und ÖVP werden als Wahlvereine geführt, ohne Ideologie, ohne jeden intellektuellen Anspruch. Großen Teilen der Gesellschaft ist es vollkommen wurscht wer vorn sitzt.
Auch Karl Öllinger zauberte schon zu Beginn ein Lächeln auf mein Gesicht.
Armin Thurnher: Sind die Grünen ein Lager oder irgendwas anderes? (Öllinger schaltet sein läutendes Handy aus)
Öllinger: Ich glaub die Grünen sind was Anderes.
Im Laufe des Abends kamen die Diskutanten schließlich auch auf die Medienszene in Österreich zu sprechen.
Einem: Die Kronenzeitung wird durch den neuen Marktteilnehmer (Anm.: Österreich) fast zu einem Qualitätsmedium. Die Fellners schreiben für den, der besser zahlt. Wenn man sich beschwert sagen sie: Wenn ihr der Krone mehr Geld gebt, seid ihr selber Schuld.
Mit dieser Lebensweisheit will ich meine Reminiszenz an diesen doch recht unterhaltsamen Abend schließen.
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