"Gemma heit Match?"
Karmeliterplatz – Der Klassiker der Grazer Public-Viewing-Szene. Schon bei der WM 2006 wurden hier Spiele am laufenden Band präsentiert. Positiv: Das Publikum wird sowohl kulinarisch als auch getränketechnisch perfekt versorgt (soll heißen: Frankfurter mit Senf und Bier in Hülle und Fülle), die verschiedenen Sportwettzelte hinter dem Publikumsbereich tun ihr übriges. Was die Stimmung betrifft, merkt man nicht viel Unterschied zum Stadion – nicht ganz unschuldig daran waren 2006 die deutschen Studentenkollegen, die bei jedem Match ihres Teams für gehörig Wirbel sorgten. Ein weiterer Pluspunkt ist sicher, dass die Organisatoren auf die Erfahrungen des letzten Jahres zurückgreifen können und damit die Durchführung um einiges leichter fällt. Negativ hingegen ist die vergleichsweise geringe Zuschauerkapazität. Bei einem wirklichen Fußball-Leckerbissen sollte man schon ein paar Minuten früher vor Ort sein, um noch einen Platz zu ergattern. Das sollte aber halb so schlimm sein, denn mit dem einen oder anderen Bier kann man sich die Zeit gut vertreiben.
Hauptplatz – Der Grazer Hauptplatz wird oft für Großveranstaltungen hergenommen, wieso also nicht? Die Standl-Betreiber würden sich natürlich über ein gehöriges Umsatzplus freuen, aber auch die Fans dürften voll auf ihre Kosten kommen. Der größte Vorteil gegenüber allen anderen Alternativen ist natürlich die enorme Zuschauerkapazität – noch mehr Platz hätte das fußballbegeisterte Volk wohl nur mehr am Flughafen Thalerhof. Gute Stimmung sollte also allein schon wegen der Menge an Fans garantiert sein.
Mariahilfer Platz – Klein, aber fein lautet die Devise hinter dem Kunsthaus. Viele Fans hätten zwar nicht Platz, aber dafür wäre die Atmosphäre umso familiärer. Was zwar positiv für die Stimmung sein kann, wirkt sich aber negativ auf die Umsätze der Gastronomen aus: Weniger Fans bedeuten weniger Einnahmen und damit sinkt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Mariahilfer Platz tatsächlich Schauplatz einer Fußball-EM-Liveübertragung wird – dem Kapitalismus sei Dank.
Das sind natürlich nur drei von vielen Plätzen, an denen in Graz Vidiwalls aufgestellt werden können. Wo die Fans aber dann tatsächlich die Matches verfolgen können, liegt in den Händen der Stadtverwaltung. Nur eins ist so sicher wie der Papst katholisch: Das ist wahrscheinlich die erste und letzte Fußball-EM auf österreichischem Boden. Soll heißen: Wenn wir als Grazer schon nicht im Stadion sitzen können, sollte wenigstens Stimmung wie in einem Stadion herrschen – sei es nun am Karmeliter-, Haupt-, Mariahilfer-, Mehl- oder Glockenspiel Platz.
ORF-Artikel: http://steiermark.orf.at/stories/175249/
freu mich jetzt schon auf das bunte treiben...
nina